Stufen der Partizipation

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In diesem Beitrag geht es um die Stufen der Partizipation. Denn es kommt auf das Ziel und den Inhalt der Veränderung ebenso wie die Rahmenbedingungen und das Vorgehen bei der Veränderung an, wie viel Beteiligung und welche Art von Beteiligung welcher Personengruppen zu welchem Zeitpunkt sinnvoll ist. Lasst uns bei diesem wichtigen Thema aber ganz vorne anfangen.   

Was ist Partizipation? 

Ohne Mitarbeitende ist ein Betrieb nicht möglich. D. h. die Partizipation der Arbeitnehmenden ist Grundvoraussetzung. Die Frage ist lediglich, welche Gestaltungsräume welchen Mitarbeitenden zu welchem Thema eröffnet werden. D. h. es braucht keine weiteren Worthülsen, sondern den Willen der oberen Führungskräfte, die Mitarbeitenden wirklich einzubeziehen, und die Bereitschaft der Mitarbeitenden, sich wirklich einzubringen. 

Und lasst uns nicht vergessen, dass ein Austausch über Partizipation und Beteiligung nur notwendig ist, weil es eine Hierarchie in der Beziehung gibt, so dass die „Mächtigen“ die „Anderen“ einbinden wollen bzw. müssen. Warum ist das notwendig? Weil die „Anderen“ bisher nicht Teil des Veränderungsvorhabens waren, nicht mitentschieden haben, ob eine Veränderung initiiert wird und wie sie aussieht, und manchmal nicht einmal wussten, dass eine Veränderung notwendig ist.  

Was braucht Partizipation?   

Grundvoraussetzung für das Gelingen von Partizipation ist die ehrliche Absicht der „Mächtigen“, die „Anderen“ mitwirken zu lassen. Die Menschen haben diesbezüglich in der Regel ein gutes Gespür. Und Erfahrungen aus der Vergangenheit machen sie ggf. skeptisch. Die Menschen nach ihren Sichtweisen zu fragen, sie zu Beiträgen einzuladen und diese dann (ohne nachvollziehbare Begründung) nicht zu berücksichtigen, produziert Desinteresse und Frustration. Beste Beispiele sind die in Betrieben immer wieder durchgeführten Befragungen, die dann keinerlei Veränderung im Betrieb zur Folge haben. Und auch bei ehrlichem Bemühen um Partizipation gibt es keine Garantie, dass die gewünschte Mitwirkung der Menschen stattfindet. Es braucht dazu den kompetenten Einsatz von geeigneten Beteiligungsmethoden – eingebettet in ein entsprechendes Gesamtvorgehen – ebenso wie ausreichend Wissen und Fähigkeiten der Menschen, um die ihnen zugedachten Aufgabenstellungen zu erfüllen. 

Welche Stufen der Partizipation gibt es?   

Wir haben in diesem Beitrag bisher die Begriffe „Partizipation“, „Einbindung“ und „Beteiligung“ bewusst synonym verwendet. Nun wird es Zeit, die verschiedenen Stufen der Partizipation zu beschreiben und weitere Begriffe zu klären. Die folgende Abbildung visualisiert die Stufen der Partizipation nach Wright, Block und von Unger. 


 
 
Die verschiedenen Stufen der Partizipation sind in der folgenden Tabelle beschrieben.
 

 

Die Notwendigkeit, den Grad und die Art der Beteiligung sinnvoll zu wählen und geeignet auszugestalten, haben wir bereits oben genannt. In weiteren Beiträgen findest Du vertiefende Überlegungen und praktische Beispiele für verschiedene Arten von „Anhörung“, „Einbeziehung“ (bzw. Einbindung) und echter „Partizipation“ (auf Deutsch: „Beteiligung“).   

Quelle: 

Wright, Block und von Unger (2010) Stufen der Partizipation in der Gesundheitsförderung, in: Wright (Hrsg.) Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention. Bern: Hans Huber. (Wir haben bewusst diese Quelle außerhalb der Literatur über Organisationen gewählt, weil es eine detaillierte Beschreibung ist, die unseres Erachtens auch für Change und Transformation dringend notwendig ist.)